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„Da fühlt man sich wie einer von denen“

-Exkursion in das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven-

 

Am 29.11.07 besuchte die Klasse 9.1 in Begleitung von Frau Casper und Frau Bessel das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven. Die lange Anreise, die wir bereits um sechs Uhr früh antraten (und alle waren pünktlich!), hat sich gelohnt, denn das Erlebnismuseum ‑ausgezeichnet als „European Museum of the Year 2007“- ließ uns alle für mehrere Stunden in das Abenteuer Auswanderung abtauchen, wie man den folgenden Auszügen aus Schülerberichten (z. T. auch in Form eines Briefes aus Auswandererperspektive) entnehmen kann:

 

 


Hier gehts zu den Fotos...

 

 

 

 

 


EINDRÜCKE VON SCHÜLERINNEN UND SCHÜLERN

„Das Museum hat mir gezeigt, wie die Leute sich bei der Überfahrt gefühlt und gedacht haben. Die Informationen über die Auswanderer waren sehr anschaulich. Die Frau, über die ich Informationen heraussuchte, war spannend. Außerdem hat mir gut gefallen, dass man seinen eigenen Familiennamen in den amerikanischen Telefonbüchern finden konnte.“  

Ingo Brüger    


 

 

„Ich fand es in dem Museum sehr interessant, weil man viel darüber erfahren hat, wie es ist, wenn man sein Heimatland verlassen muss und wie man sich dabei fühlt. Man konnte sehen, wie es früher auf den Schiffen war und welche Schiffstypen es gab und hat viel über diese Personen erfahren, wie sie gelebt haben und warum sie auswandern wollten oder mussten. Manche Menschen hatten auch gar keine andere Wahl. Meistens hieß es Lebewohl für alle, die auswanderten. Man wusste nie, ob man seine Freunde und seine Familie jemals wieder sieht. Das brachte viele dazu, wieder umzukehren. Auch über Personen, die wir jeweils zugeteilt bekommen haben, haben wir eine Menge herausgefunden und es war interessant, mal in das Leben einer anderen Person zu schauen, die so etwas mitmachen musste. Man konnte sich richtig hineinversetzen und fühlen, was sie damals gefühlt haben. Man hat eine Art Trauer empfunden und Schmerz. Es war, als wäre man diese Person selber gewesen, weil man sich ja auch teilweise Geschichten anhören konnte. Ich fand es wirklich sehr interessant und gefühlvoll.“           

Desiree Kücking


 

 

„Im Museum war alles sehr gut nachgestellt, sodass man denken könnte, dass man im Jahre 1848 ist. Ich fand auch die Aufgaben auf den Fragebögen sehr interessant. Die Fahrt war insgesamt spannend und informativ.“           

 Marvin Schmidt

 

 

 

„Ich fand das Museum zwar eher langweilig, aber es ist schön gestaltet und ich fand es ziemlich klasse, dass jeder sich während des Besuchs mit der Lebensgeschichte einer Person beschäftigen kann. Es ist voll schön, dass man selbst ein Schiff betreten kann. Da fühlt man sich wie einer von denen.“ 

Daniel Schwarz

 

 

 

„Ich fand das Auswanderermuseum sehr interessant, weil man einfach in unserem Alter sehr wenig darüber weiß. Mir war fast nie langweilig, weil die Aufgaben, die wir erfüllen sollten, interessant waren. Vor allem, dass wir jeder eine eigene Person bekommen haben, zu der wir Fragen beantworten mussten, fand ich sehr gut. Ich fand auch sehr gut, dass ich meinen eigenen Namen in einem Bezirk von Amerika im Telefonbuch suchen konnte.“     

Sven Frenz


 

 

„Bis auf die Zugfahrt hat der Museumsbesuch viel Spaß gemacht. Ich fand sehr interessant, wie das Auswandererhaus gebaut ist und die Ausstellungsräume gestaltet sind (Schubladen und Figuren). Ich finde es sehr gut, dass wir das machen konnten, denn für uns Schüler ist so eine Fahrt auch mal etwas anderes.“          

Mehmet Kaciran

 

 

 

„Das Museum war sehr informativ. Es war spannend zu sehen, wie die Menschen damals gelebt haben. Ich fand es auch ganz gut, dass wir noch am Meer waren, auch wenn es geregnet hat und ziemlich stürmisch war.“          

Sabrina Kötting




BRIEFE AUS AUSWANDERERPERSPEKTIVE

 

„Liebe Familie,

 

ich bin jetzt schon lange hier in Brasilien und vermisse Deutschland sehr.

Die Überfahrt haben wir auf dem Ocean-Liner „Sierra Nevada“ in der Kajütenklasse genossen. Das Schiff war relativ groß. Es fasste ca. 1500 Passagiere, davon 468 in der 1. Klasse, wo auch wir zu zählten. Außerdem 633 in der 2. und 642 in der 3. Klasse.

Die Kajüte war ziemlich gut ausgestattet und die Überfahrt dauerte fünf Tage.

Als wir in New York ankamen, hatte ich das Gefühl von Freude, Hoffnung und Angst. Von New York aus sind wir mit Bus und Bahn nach Sanposch weitergereist. Dort habe ich mit einem Freund dann die Siedlung „Roland“ gegründet.

Von meinen Ersparnissen kaufte ich mir eine Plantage und baue seither Bananen an, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Meine Erlebnisse habe ich in einem Buch niedergeschrieben.

 

Ich hoffe, es geht euch gut.

Viele Grüße“            

Dennis Schmidt

 

 

 

 

 

„Hallo Jenny,

du wolltest doch etwas von meiner Auswanderung erfahren. Da ich selbst aber erst zwei Jahre alt war, schreibe ich die aus den Erzählungen meiner Mutter. Durch Briefe von einem Freund aus Felsburg das Interesse meiner Eltern an der Auswanderung geweckt, da die Schmiede meines Vaters nicht mehr gut lief, weil es zu viele in der Umgebung gab. Also beschlossen sie voller Hoffnung auf ein besseres Leben und ein baldiges Wiedersehen, am 29.09.1852 auszuwandern. So machten sie sich mit meinen zwei Brüdern und mir auf den Weg. Endlich waren wir auf der Bark Juno, mit der wir von Bremerhaven nach Galveston auf dem Zwischendeck segelten. Auf der Fahrt geriet das Segelschiff in einen heftigen Sturm und niemand durfte das Zwischendeck verlassen. Außerdem gab es viele Krankheiten wegen mangelnder Hygiene und verdorbenem Essen, durch die dann auch drei Erwachsene und fünf Kinder starben. Zwei der verstorbenen Kinder waren meine Brüder, die sechs Monate und fünf Jahre alt waren. Die beiden wurden noch auf der See bestattet. Nach 73 Tagen waren wir dann endlich am Hafen von Galveston. Angekommen fuhren wir dann noch 220 Kilometer nach Mexiko Felsburg. Sechs Monate nach der Ankunft eröffnete mein Vater eine neue Farm mit Schmiede. Aber trotzdem hatten sie nicht lange Glück, denn nach einem Jahr starb meine Mutter an Gelbfieber und drei Jahre später dann auch mein Vater, sodass ich mit meinem jüngeren Bruder bei meinem Onkel wohnte. Mit 18 heiratete ich und drei Jahre später bekam ich das erste Kind, das aber leider starb. Danach bekam ich noch sieben weitere Kinder.

 

So, ich hoffe, das hat dir jetzt weitergeholfen.

Mit freundlichem Gruß, Helene Maeckel“

Mandy Wetzel



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